Kiki Kogelnik Sonderausstellung zum 70. Geburtstag  
 


Werner Berg Galerie der Stadt Bleiburg
1. Mai – 15. November 2005

 

Happy Birthday, Kiki Kogelnik. Österreichs wichtigste Pop-art Künstlerin wird siebzig. Zum Geburtstag widmet ihr die Stadt Bleiburg eine Sonderausstellung in der Werner Berg Galerie.

Seit Beginn der 60er Jahre pendelte Kiki Kogelnik (1935 – 1997) zwischen ihren Ateliers in New York, Wien und ihrer Kärntner Heimatstadt Bleiburg. Ihren Start erlebte sie nach dem Akademiestudium in der Galerie nächst St. Stephan in Wien. Nach der abstrakten Anfangsphase und zahlreichen Reisen durch Europa wandte sich Kiki Kogelnik in New York der Pop-art zu. Im Spannungsfeld zwischen New Yorker Kunstszene, europäischer Tradition und österreichischer Herkunft entstand ein umfangreiches Werk, das neben Malerei, Graphik und Skulptur auch Objekte und Installationen im öffentlichen Raum umfaßt.

Die Ausstellung in der Werner Berg Galerie präsentiert eine markante Auswahl von Werken der 70er und 90er Jahre. Die Gegenüberstellung von Bildern und Skulpturen dieser Zeit bietet einen kleinen Einblick in das unglaublich variantenreiche künstlerische Œuvre Kogelniks und ermöglicht zugleich einen spannenden Vergleich früher und später Bildsprache, die bei aller Vielfalt erstaunlich homogen ist.
Kiki Kogelniks Ästhetik ist eigenwillig und unverwechselbar. Durch Ausschneiden der Körperkonturen ihrer Künstlerfreunde, darunter Sam Francis oder Claes Oldenburg, erhält sie lebensgroße Formen aus Packpapier, die sie als Schablonen für ihre Gemälde verwendet. Mit den einmal gewonnenen Porträtsilhouetten entsteht in ihrer Malerei die perfekte Inszenierung einer künstlichen Welt, in der die Menschen lediglich als Schatten ihrer selbst existieren. Ihre großformatigen Frauenbilder der 70er Jahre spiegeln das Bild der Frau in der Ästhetik von Werbung und Mode wider. Indem Kogelnik die Frauen in typisierten Posen der Stars und Models aus den Medien der Modejournale inszeniert, spielt sie auf brüchig gewordene Codes der Modeindustrie an und nimmt eine humorvoll-ironische Haltung zu tradierten Schönheitsidealen und Körperbildern ein.
In ihren Werken der 90er Jahre wird der menschliche Körper nur noch bruchstückhaft zitiert. Menschliche Figuren, zerstückelt in Kopf und Gliedmaßen, füllen die Bildräume, die nun auch vermehrt mit Alltagsgegenständen, Zeichen und Symbolen angereichert werden. Durch die zunehmende Stilisierung und Fragmentierung der Formen und die Anordnung in einem reinen Flächendekor übersetzen ihre Werke die sichtbare Wirklichkeit endgültig in eine Art Zeichensprache. In der Werkgruppe der Expansions kommt es zur Erweiterung der Malerei in den Raum. Typische Kogelniksche Symbole wie fragmentierte Masken, Knochen oder ungegenständliche Zeichen aus Keramik sprengen den Rand der Leinwand und verleihen den Gemälden eine expressive Note.

Die „Women“ der 70er Jahre und die Bilder und Skulpturen der 90er Jahre zeigen wichtige Perioden ihres Gesamtwerkes, das immer eine eigene Mixtur aus Zeitbezogenheit, persönlicher Erlebniswelt und spielerischem Umgang mit Formen und Farben ist. Manches Mal scharf auf des Messers Schneide zwischen gehaltvollem Ernst und dekorativem Spiel, ist es ein Werk voller Humor, Charme und Courage.

Die Ausstellung, in Zusammenarbeit mit der Kiki Kogelnik Foundation erarbeitet, präsentiert Gemälde und Skulpturen, Zeichnungen und eine großräumige Installation.

Dr. Karin Dornbach, Kiki Kogelnik Foundation, Wien – New York, 2005

Kiki Kogelnik
„Non dialogue 2“, 1996,
Bronzeskulptur

Kiki Kogelnik
„The painter“, 1975,
Acryl auf Packpapier
auf Leinwand

Kiki Kogelnik
„Container“, 1991,
Öl und Acryl auf Leinwan
d und glasierte Keramik

Abbildungsnachweis :
Kiki Kogelnik Foundation,
Wien – New York
Abbildungsnachweis:
Kiki Kogelnik Foundation,
Wien – New York
Abbildungsnachweis:
Kiki Kogelnik Foundation,
Wien – New York




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Werner Berg - Zum 100. Geburtstag  
 


Oberes Belvedere
21. Oktober 2004 bis 30. Jänner 2005

 

Werner Berg wurde 1904 in Wuppertal-Elberfeld geboren. Nach dem Abitur begann Berg Handels- und Staatswissenschaften zu studieren. 1924 setzte er das Studium an der Wiener Universität fort, wo er 1927 zum Doktor der Staatswissenschaften promovierte. Trotz der sich bietenden Möglichkeit einer Universitätslaufbahn entschied sich Werner Berg für die nachfolgende Künstlerlaufbahn. 1927 – 28 studierte er Malerei an der Wiener Akademie der bildenden Künste und an der Kunstakademie in München.

Doch brach Werner Berg das Kunststudium wieder ab, um sich alleine in ländlicher Umgebung der Malerei zu widmen. 1930 erwarb er den Bergbauernhof Rutarhof im Kärntner Unterland. Im selben Jahr heiratete er die Wienerin Amalie Kuster, die gleichfalls Staatswissenschaften studiert hatte und die bereit war, das zurückgezogene Leben mit ihrem Mann zu teilen. In der Folge kamen fünf Kinder zur Welt. Der Rutarhof in Kärnten bildete bis zum Tod 1981 den Lebensmittelpunkt von Werner Berg.

Künstlerisch wurde Werner Berg zunächst von Malern wie Emil Nolde oder Paula Modersohn-Becker inspiriert. Von Anfang an erwies sich Werner Berg aber als ein Meister der Vereinfachung der Formen. In der Flächigkeit der Darstellung und in der Betonung der Konturen wurden seine Werke zu eindringlichen, von Statik und Ruhe beherrschten Zeugnissen einer „magischen Realität“ (Wieland Schmied).

Die meisten Motive der Bilder von Werner Berg kreisen um das Thema der ländlichen Arbeits- und Lebenswelt. Eindrucksvoll sind etwa die stimmungsvollen Winterlandschaften oder die stark farbigen Blumenbilder oder die ausdrucksstarken Charakterköpfe der Dorfbewohner. Neben den Ölgemälden hat Werner Berg auch zahlreiche Holzschnitte geschaffen, die einen effektvollen Dialog von dunklen und hellen Flächen bilden.

http://www.belvedere.at


Werner Berg,
Kinder - Leiterwagerl, 1933

 
 
 
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